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So fängt jedes Buchbinderwochenende an. Papierrollen werden überall ausgebreitet,
der Papierkorb aufgestellt und auf der Terrasse wird der Bottich zum Pinsel
ausspülen aufgestellt (siehe Tina's rechte Hand).
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Alles findet auf dem guten Wohnzimmertisch statt. Schneiden, Leimen, Pressen.
Auf dem Bild sieht man Torsten bei seiner Lieblingsbeschäftigung, ein fertiges
Buch wird mit unserem Markenzeichen, einen kleinen Aufkleber mit der
Aufschrift "TiTo" versehen. Wieder eins geschafft...
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Manchmal bräuchte man 3 Hände. Tina versucht, den Packpapier-Rücken eines
Ganzleinen-Einbandes aufzubringen und ihn gleichzeitig auch noch auf die
richtige Höhe zurechtzuschneiden.
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Dem Buch gehts an den Kragen! Torsten entfernt hier ein Titelbild von der Pappe
(oder besser die Pappe von einem Titelbild). Bei dem Titel handelt es sich übrigens
um "Hauffs Märchen", das Ergebnis ist bei unseren Arbeiten zu sehen.
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Und nochmal der Hauff. Diesmal wird das fertige Exemplar im Stile des Originals
beschriftet.
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Autsch! Das tat weh. Bei Büchern mit einer Klebebindung muß man oftmals erst die
alten Leimreste entfernen. Dazu nutzen wir ein Skalpell. Aber manchmal gleitet so
ein Skalpell leichter in eine Hand, als durch den Leim. Nun wißt Ihr übrigens auch,
warum diese Tätigkeit "Leim abkratzen" genannt wird. Manchmal bleibt es eben nicht
nur beim Leim...
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Die Buchbinderlade in Aktion. Tina beim Heften eines leeren Schreibheftes. Der
große Haufen Papier unterm Tisch ist alles "eingesautes" Makulaturpapier - also
für den Müll...
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Dieses Buch hat wirklich Nerven gekostet. Es hat Stunden gedauert, bis ich
den Dreh beim Leder schärfen drauf hatte. Und dann zog sich das Leder beim
Beziehen in alle Richtungen, nur um sich dann, ganz unvermutet wieder in seine
ursprüngliche Form zurückzubewegen. Manches Mal stand ich kurz davor, das ganze
Buch in eine Ecke zu werfen, doch dann fiel mir der Preis des Leders ein und
mein Geiz kam durch. Nur soviel - wenn wirklich jemand von Euch etwas in Leder
Gebundenes haben möchte, sollte er sich schon etwas Nettes einfallen lassen, wie
er mich wohlgesonnen stimmt...
(08.11.02)
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Das Weiße auf dem abgelösten Titelbild und in dem Glas ist nicht etwa eine
daumsche Straße, sondern Talkum Puder, um den Restleim von Tesafilm (Pfui,
wer macht den sowas ) aufzusaugen. Und ja - es sieht wieder aus wie
neu und geht in den nächsten Tagen wieder an seinen Eigentümer zurück.
(08.11.02)
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Und wieder ist eine neue Jeans-Kreation entstanden. Ein klassisches
Tagebuch - ganz in rot und mit Knopf und Lasche zum zuknöpfen (nicht lachen,
es geht wirklich). Noch eine kleine Story zu diesen Buchkreationen. Wollte
mir doch letztens unser Praktikant eine tote Perserkatze zum Buchbinden
andrehen. Ob ich nicht etwas draus machen könnte, der Schwanz wäre sogar
ein natürliches Leseband. An dieser Stelle nochmal: Nein Matze und all ihr
anderen, ich binde keine Bücher in tote Tiere (weder Katzen noch Frösche,
auch wenn das seinen Reiz hätte). Ich bin aber nach wie vor an interessanten
Jeans in nicht alltäglichen Farben interessiert (Ja, Martina, ich meine deine
beiden Jeans...)
(08.11.02)
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Und wieder werkele ich mit Jeansstoff. Diesmal wird ein Stifthalter
genäht, der einmal ein Buch zieren wird. Manche dieser Accessoires entstehen
einfach aus der fixen Idee heraus, irgendetwas ganz Neues zu probieren.
Manchmal ist das Ergebnis für den Mülleimer, manchmal jedoch entstehen
daraus Dinge, die wirklich gut aussehen und sogar vernünftig zu benutzen sind.
(20.01.03)
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So sieht es am Beginn eines jeden BBW's wirklich bei uns aus. Und dann geht
das große Streiten los.
"Machst du das Kochbuch, dann mach ich Grimms Märchen?"
"Du willst ja bloss neben der Arbeit lesen!"
"Wieso, du kannst doch auch nebenbei lesen. Schau, hier zum Beispiel,
Schweinebraten mit Klößen"
"Ich will aber nichts übers Essen lesen. Ich mach den Robinson!"
Übrigens - dass wir die Bücher manchmal während der Arbeit lesen, ist nicht
der Hauptgrund, dass es manchmal so lange dauert...
(10.11.03)
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Nach einem arbeitsamen Buchbinderwochenende muß man leider aufräumen. Das
Makulaturpapier wird entsorgt, die Rollen und Mappen mit Material und Resten
ordentlich eingeräumt, eine Einkaufsliste für das nächste Mal geschrieben und
alles zurück in den Keller getragen. Dann kommt der letzte feierliche Akt - wir
schreiben Tagebuch über die reparierten Bücher, getane Arbeiten und Ideen für
die Zukunft - natürlich in einem selbstgebundenen Schreibheft.
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