[Zurück]

In der Jugendherberge zu Lauterbach fing alles an. Vor Jahren fand da der erste Buchbinderkurs des DJH mit Thomas, dem Kursleiter (und damals noch ohne uns) statt. Dieser Kurs wurde in der Form vom DJH abgeschafft, allerdings wird er in Eigenregie von Thomas weitergeführt.
Als Alternativprogramm wird seit ca. 5 Jahren zu Christi Himmelfahrt ein "Veteranentreffen" für die Fortgeschrittenen (und ohne Thomas) durchgeführt. Es gibt zwar keine "Wir haben überlebt"-T-Shirts, sondern massiv viel Arbeit, trotzdem ist es jedesmal ein schöner Spaß, vor allem, da sich seit einiger Zeit neben den normalen Buchbindearbeiten auch Vorlesungen von Geschichten und Anekdoten eingebürgert haben. Unten ein paar kleine Eindrücke vom Treffen in Lauterbach 2002.
Und noch etwas zu Thomas. Man kann über ihn sagen, was man will - aber eigentlich ist er verantwortlich dafür, daß wir für die nächsten 5 Jahre Christi Himmelfahrt fett im Kalender markiert haben. Danke, Thomas ;-)

Kampf dem Fotoalbum. Die Idee ist ganz einfach: Fotoalbum selber machen ist vielleicht billiger und macht Spaß.
Das sind gleich zwei Fehlannahmen auf einmal. Es ist nicht billiger und von Spass kann man auch nicht unbedingt reden. Nun wissen wir auch, warum Miri (rechts hinter Tina) über unsere Idee nur fassungslos den Kopf geschüttelt hat.
Ruhepause. Auch wenn es auf dem Bild nicht den Anschein hat: diese Ecke ist unter normalen Umständen äußerst geschäftig. Während Miri (vorn Mitte) normalerweise Mappen und Ordner in Serie produziert, nimmt Ulli (links hinten) mit Vorliebe alte Karl-May-Bücher auseinander und Silvia (rechts hinten) stürzt sich mit Feuereifer (zumindest manchmal) auf die "Unaussprechlichen" (das ist die Bezeichnung des Jahres 2002 für Ortssippenbücher). Anscheinend denkt sie mit Entsetzen daran, wieviele Reparaturangebote für "Unaussprechliche" sie in der nächsten Zeit wohl erhalten wird.
Immer sauber und aufgeräumt, so ist der Arbeitsplatz von Wolfgang (vorne im Bild). Auch wenn ich letztens einen bitterbösen Blick von ihm geerntet hatte, weil ich altes Makulaturpapier einfach unter seinen Tisch geworfen habe (im Eifer des Gefechtes kann das schon mal passieren) - unser "Anfang-Sechziger" ist eigentlich ganz in Ordnung.
Im Akkord, so arbeitet Charlotte (hinten links). Bei solchen Mengen kommt man sich manchmal richtig faul vor.
Ein Schwätzchen in Ehren, kann keiner verwehren. Vor allem, wenn man sie als Fachgespräche zu tarnen weiß. Sarah ist hier in solch ein "Fachgespräch" verstrickt. Im Hintergrund ist Tina grade mit der Auswahl von Materialien beschäftigt. Wer ist das eigentlich hinter Sarah???
Der biologisch abbaubare Wecker, daß ist der Name, den wir Günter (links hinten) verpasst haben. Jeden Abend in
Lauterbach ziehen wir ihn auf (sprich: wir nennen unsere bevorzugte Weckzeit) und jeden Morgen in Lauterbach klingelt er (sprich: er hämmert an unsere Zimmertür). Eine Person, die wir (nicht nur wegen seiner Weckqualitäten) in Lauterbach nicht mehr missen mögen.
Genausowenig wie Eberhard (rechts neben Günter, im Gespräch mit Christine). Der Rundum-Organisator der Veteranentreffen ist ein wandelndes Lexikon, wenn es um Chemie und Münzen geht und ein geduldiger Lehrer und nimmermüder Erfinder von Buchbinder- "Arbeitserleichtungsgeräten".
Auch Christine ist für nette Anekdoten bekannt. Wie wir doch alle die Ohren gespitzt hatten, als sie uns von dem Familienzuwachs dank Thomas erzählt hatte. Der Neuzugang war zwar nur eine Katze, aber der Schock dieser Eröffnung saß bei manchen sehr tief ;-)
Still und leise, schon fast unauffällig werkeln Paul und Gudrun (rechts im Bild) vor sich hin.
Nochmal fast dieselbe Konstellation wie eben. Was soll man da noch sagen...
"Tützelchen?" - "Ja, Bärchen?" - "Bringst du mal meinen Pinsel weg?"
Ulli hypnotisiert mit seinem "Ich habe nichts mehr zu sagen"-Blick einen zerfledderten Buchblock, während Silvia und Kati (die Tassenträgerin) in Farbwahldiskussionen von extremer Wichtigkeit ("Blau oder Grün?" - "Schwarz!") vertieft sind.


Und hier die restlichen, verschollenen Fotos (Stand 01.11.2002)

Gedränge an der Schneidefront
Mit Buchbindern ist es wie mit kleinen Kindern: Wenn einer etwas interessantes spielt, wollen alle anderen mitspielen.
Auf die Lauterbach Heimsuchenden bezogen: Wenn einer etwas Schneiden möchte und dadurch die Tische blockiert, finden alle anderen auch etwas, was sie schneiden möchten. Mit diversen Werkzeugen verhält es sich übrigens ähnlich. Komisch, nicht war?
"Hat mal jemand was zum Abwischen?"
In den Leimtopf hineinzulangen, hat noch nie viel gebracht. Zumindest nicht aus buchbinderischer Sicht. Und auf den Leim ist mir dann auch niemand gegangen...
Pause muß sein!
Da ist Miri mit mir einer Meinung. Essen und Trinken gehört neben dem Buchbinden zu den Haupttätigkeiten in Lauterbach (dicht gefolgt vom Schlafen). Böse Zungen behaupten, ich würde nur wegen des Essens nach Lauterbach fahren und Ulli und Silvia würden nicht schlafen. Hier nun die Wahrheit: Beides stimmt nicht!
"Gestapelte Unaussprechliche..."
Der Kultgegenstand des Lauterbach-Jahres 2002: die Ortsippenbücher. Ich bin ja immer noch der Meinung, daß jede Hand, die eines dieser Bücher berührt, sofort abfault und verdorrt - angesichts der Flüche, die Silvia bei der Fertigstellung darauf verwendet hat.

[Zurück]