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Dieser Wälzer mit um die 900 Seiten war reichlich unhandlich. Außerdem waren die ersten und letzten Seiten lose und das Titelbild war ziemlich zerknittert. Wir haben das Buch als erstes gedrittelt, neu verleimt und mit Hardcover-Deckeln versehen. Danach haben wir auf den Titeldeckel Karton mit einem ausgeschnittenen Oval aufgeklebt, so daß nach dem Beziehen des Buches mit braunen Efalin im Deckel eine Vertiefung entstanden ist. In diese klebten wir dann die neuen Titelbilder.

Bei diesem Buch handelte es sich um ein geleimtes Kinderbuch. Und wie die meisten Kinderbücher war es - zerfleddert. Lose, oftmals eingerissene Seiten, der Rücken fehlte komplett, das Titelbild war durch Knicke, Flecken und Risse verunziert. Trotzdem machte es viel Spaß, dieses Buch zu restaurieren. Wir haben das Titelbild eingescannt, die Risse und Knitter herausretuschiert und das Ganze auf indischem Papier (einem festeren Papier mit vielen natürlichen Unreinheiten, welches dem Papier ein leicht altertümliches Aussehen verleiht) ausgedruckt.

Ebenfalls ein reichlich zerfledertes Kinderbuch (links zu sehen) mit einem ziemlich zerstörten Titel (leider haben wir kein "Vorher"-Bild gemacht...) wurde auf ähnliche Weise repariert. Das Titelbild wurde eingescannt, ausgebessert und auf indischem Papier ausgedruckt.
Auf gleiche Weise wurde auch mit dem Buch rechts verfahren. Das besondere Problem bei diesem Buch - gut 30 Seiten waren mit Klebeband auf schändlichste Weise verstümmelt und das Titelbild bestand nur noch aus Klebestreifen (ebenfalls kein Originalfoto vorhanden). Hier war viel Geduld mit Fön und Puder gefragt. Das Titelbild wurde möglichst nah am Original neu zusammengestellt (ebenfalls wieder auf indischem Papier).

Überhaupt nicht alt war das hier abgebildete Exemplar. Eigentlich war es ursprünglich eine Loseblatt-Sammlung mit den Spielregeln eines Rollenspieles aus dem Internet. Warum einfach, wenn es kompliziert geht? Links seht ihr den fertig geleimten A4-Buchblock, rechts das fertige Exemplar. Dabei haben wir einige Techniken eingesetzt, die nicht auf dem ersten Blick auffallen, dieses Buch aber zu etwas Elegantem machen. So wurden auf dem Buchrücken 4 abgerundete Pappstreifen aufgeklebt, die an die Bünde eines schweren Lederbandes erinnern. Der Einband selbst besteht aus braunen Efalin, die Ecken werden durch zierliche Metallbeschläge geschützt. Schwarz-Goldene Klebebuchstaben auf dem Buchrücken und farblich dazupassendes goldgelbes Kapitalband und Lesebändchen geben diesem Buch den letzten Schliff.

Eigentlich kein richtiger Auftrag für uns war dieses Exemplar. Der Buchblock war in sehr gutem Zustand und wurde nur aus Sicherheitsgründen nochmal verleimt. Das umlaufende Titelbild war ziemlich stark angegriffen, sollte aber nicht komplett gerettet werden. Daher wurde nur die Vorderseite, der Rückenaufdruck und ein Stempelaufdruck aus dem Inneren des Buchumschlages im bearbeiteten Stück (ein Ganzleineneinband ganz in steingrau) eingesetzt.

Links seht ihr einen fertigen Buchblock für ein A5-Schreibheft, rechts das fertig gebundene Exemplar.
Das war der Beginn unserer Phase des "experimentellen Buchbindens". Oder hat jemand von Euch schon mal in ein Buch mit Jeansstoffeinband, welches eine echte Hosennaht enthält, geschrieben. Nein? Na also. Jedenfalls haben wir mittlerweile eine echte Kunst daraus entwickelt.
Noch eine Anekdote hierzu. Auf der letzten Party sprach ich einen der Gäste (er hatte eine wunderschöne grüne Jeanshose mit braunen Lederstücken an) darauf an, ob ich nicht seine Hose haben könne. Ein etwas seltsamer Blick traf mich und für den Rest der Feier versuchte dieser Jemand angestrengt, mir aus dem Weg zu gehen. Er kannte unser Hobby halt noch nicht.

Wieder einmal etwas nicht Antikes könnt ihr links bewundern. Eigentlich war es nur ein simples Taschenbuch. Und so, wie es gekauft wurde, kam es gleich bei uns unters Messer. Aus einem einfachen Taschenbuch wurde so ein ansprechend aussehendes Hardcover, das mit einem roten Ganzleineneinband glänzt.
Etwas ganz anderes ist das Exemplar rechts. Mit über 60 Jahren hat es mehr auf dem Buckel als wir und wahrscheinlich auch mehr als Ihr. Und entsprechend angegriffen war es auch. Das Papier morsch (da können wir leider auch nicht viel machen), der Buchblock am Auseinanderfallen, der Einband zerschlissen. Den ursprünglichen Titelaufdruck haben wir wiederverwendet und die Farbe des Ganzleineneinbandes hierauf abgestimmt.

Wieder kein Foto liegt von dem Oxford Dictionary vor. Ursprünglich ein Wälzer mit mehr als 1500 Seiten, haben wir diesen Koloß gedrittelt. Die Vorsatzpapiere des Originales wurden in stundenlanger Kleinarbeit aus der Pappe herausgelöst, gescannt und ausgedruckt, so das jetzt jedes der 3 Bände über diese Vorsätze verfügt (siehe linkes Bild).
Die Aufschrift des Rückens (daran kann man die ursprüngliche Dicke des Buches erahnen) wurde ebenfalls abgelöst und auf den ersten Band als Titel aufgeklebt (siehe rechtes Bild).

Auf den Rücken (blaues Ganzleinen) wurde mit einem Goldgelstift der Index aufgetragen (siehe linkes Bild).
In der Weiterentwicklung unseres "Jeanshosen-Experimentes" (rechts) musste nun nicht nur eine Naht, sondern ebenfalls das Markensymbol (das weisse Viereck unten) dran glauben (oder besser dran kleben). Funktional hat sich nichts geändert, man kann nach wie vor nur reinschreiben, aber das ändert sich, wie Ihr gleich seht. Der ehemalige Hosenbesitzer hat sich jedenfalls sehr über dieses kleine Ass.., Acc.., naja Detail eben, gefreut.

Nun wird es funktional. Der Einband des Buches links stammt aus einem Rückenteil eines Jeanshemdes. Diese Lasche mit Knopf in der Mitte hat für den jetzigen Nutzer auch eine praktische Bedeutung - ein Bleistift oder Kugelschreiber findet hier seinen Platz und ist somit immer dabei.
Noch einen Schritt weiter sind wir beim rechten Beispiel gegangen. Die Laschen (aus dem Gürtelbereich) haben keine Funktion, während die Tasche wirklich benutzbar ist. Und bevor Ihr nachfragt: die graue Hose ist mittlerweile alle...

Links seht ihr das auf unserer Startseite schon angesprochene 2. Buch unseres "Heimverlages". Eine Kurzgeschichtensammlung, zusammengetragen von meinen Geschwistern und mir. Auf der rechten Seite ist das erste unserer Bücher zu sehen, das "Regina - Unicum universalis".

Dieser Zweiteiler "Quo Vadis" hatte es in sich und war eine wirkliche Herausforderung für uns, vor allem, da unser Ziel hier möglichst große Originalgetreuheit war. Beim Original-Buchblock ist der Schnitt an allen 3 Seiten bemalt, das Leinen ist mit Golddruck versehen. Das Papier war morsch, der Block total kaputt, das Ganze war nicht fadengeheftet, sondern Lage für Lage getackert (und die Nadeln durch das Alter total verrostet). So sahen sie aus, bevor wir uns über sie hergemacht haben.

Und das ist nun daraus geworden. Zumindest von der Gestaltung her sind wir dem Original sehr nahe gekommen. Wie beim Original besteht der Rücken aus rotem Leinen, welches mit Goldstiften beschriftet wurde. Der Bezug der Deckel ist aus hellgrauem, indischen Papier. Der Schnitt wurde, wie beim Original, blau verziert. Das Wichtigste (und der Hauptfokus des Eigentümers) - das Buch kann wieder gelesen werden. Ob der Besitzer zufrieden sein wird?

Bei diesem Buch handelt es sich um ein Märchenbuch, dass im Grossen und Ganzen noch in recht gutem Zustand war. Der Block war leicht wackelig und der Einband beschädigt. Der Vorsatz, das Kapitalband und das Lesebändchen waren allerdings einem Kinderbuch überhaupt nicht angemessen. Rechts seht Ihr jetzt das neue Vorsatz. Ein großformatiges Muster, welches zwar viel Arbeit gemacht hat, aber für dieses Ergebnis war jede Mühe wert.

Vorder- und Rückseite waren leider nicht großflächig zu erhalten. Viele Stellen des Einbandes waren stark angegraut und verschmutzt. So wurden nur die Bilder als solches erhalten. Die stark zerstörte Sonne wurde aus rotem Leinen nachgebildet und der Rücken beschriftet. Das Ergebnis als solches kann sich sehen lassen.

Das sind die Bilder, die vor dem 01.11.2002 entstanden. Weiter geht es hier

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