Ich glaube schon wieder einen der Vorlauten zu hören, die glauben, mich verbessern zu
müssen. Ihr habt richtig gelesen, es heißt nicht der Vorsatz (wie es auch mir
manchmal im Eifer des Gefechtes rausrutschen mag), sondern das Vorsatz (und hat nicht das
geringste mit den lästigen Dingern zu tun, die man Silvester in halbtrunkenen Zustand
von sich gibt und Neujahr schon am liebsten vergessen haben mag).
Finden tut man ihn ganz einfach (meine ehemalige Deutschlehrerin würde jetzt sagen:"Tun tut man
nicht"). Nehmt Euch einfach ein Hardcover und legt es geschlossen vor Euch hin. Nun klappt
Ihr den Deckel (und nur den) auf. Da seht Ihr ihn auch schon. Das Papier, welches auf der
Rückseite des Deckels festgeleimt ist (der sogenannte "Spiegel") gehört ebenso dazu,
wie auch die erste Seite, die meist beim Aufschlagen des Deckels mit hochkommt und fest mit dem
Spiegel verbunden ist (das sogenannte "fliegende Blatt"). Solch ein Vorsatz gibt es sowohl vorn
und hinten (und heißt dort nicht Nachsatz), allerdings oft nur in
Hardcover-Büchern. In den meisten Taschenbüchern fehlt das Vorsatz.
Wenn wir geheftete Bücher reparieren, so heften wir diesen Vorsatz meistens mit (das
wäre dann der sogenannte "Heftvorsatz"). Bei Büchern mit Klebebindung und einigen
wenigen Gehefteten kleben wir den Vorsatz nur an (der "Klebevorsatz" halt). Gerade bei
Taschenbüchern nutzen wir oft die Technik des halben Klebevorsatzes, die wir von einem
befreundeten Hobbybuchbinder (danke, Ulli) übernommen haben. Bei diesem halben Vorsatz
fehlt dann das fliegende Blatt.